Berechnung des Heizenergiebedarfs von Pelletheizungen mit Herstellerkennwerten nach DIN V 4701-10 und DIN V 18599

Die Berechnung des Heizenergiebedarfs von Pelletheizungen für EnEV- und KfW-Nachweise, Energieausweise und für die Energieberatung und die Gebäude- und Heizungsplanung ist nach der alten Norm DIN V 4701-10 und der neueren Norm DIN V 18599 möglich. In beiden Fällen empfiehlt sich für eine realistische Abschätzung des Heizenergiebedarfs die Berechnung mit Herstellerkennwerten anstatt mit Standardkennwerten – insbesondere bei Berechnungen nach der veralteten Norm DIN V 4701-10.

Berechnungen nach DIN V 4701-10 mit Herstellerkennwerten und Pufferspeicher
Die Standardkennwerte der DIN V 4701-10 von August 2003 zur Berechnung des Energiebedarfs von Holzheizungen entsprechen bei weitem nicht mehr der Energieeffizienz der heute am Markt verfügbaren Pelletheizungen. Sie sind schlicht veraltet.

  • Der Standardwert für den Wirkungsgrad im stationären Betrieb liegt bei 80 Prozent. Die Hersteller geben heutzutage Werte zwischen 90 und 98,5 Prozent  und bei Brennwertkesseln zwischen 100 und 107,5 Prozent an.

  • Die Standardwerte setzen die Hilfsenergie viel zu hoch an. Sie liegen um ein Vielfaches über den von den Herstellern angegebenen Werten.

Mit den veralteten Standardwerten ergeben sich so erheblich überhöhte Werte für den Endenergiebedarf und für den Pelletverbrauch. Bleibt auch noch der Pufferspeicher unberücksichtigt, werden die Werte noch schlechter. Der Energiebedarf von großen Anlagen wird dabei besonders stark überschätzt.

Für eine realistische Abschätzung des Heizenergiebedarfs und der Wirtschaftlichkeit von Pelletheizungen ist es daher geboten, mit Herstellerkennwerten zu rechnen. Eine Liste mit Herstellerkennwerten nach DIN V 4701-10 kann hier immer aktuell und kostenlos heruntergeladen werden. Eine Übersicht über hierfür geeignete und ungeeignete EnEV-Software findet sich hier.

Die Standardwerte der DIN V 4701-10 für Holzheizungen sollen laut Norm nur angewendet werden, wenn keine Kenngrößen der konkreten Feuerungsanlage zur Hand sind. Als Regelfall sieht die DIN V 4701-10 aber die Berechnung mit Herstellerkennwerten an.   
Außerdem sollte bei der Eingabe des Wasservolumens des Heizkreises ggf. der Pufferspeicher nach der bei den Herstellerkennwerten angegebenen Formel berücksichtigt werden.

Sofern eine Berechnung nicht für einen speziellen Kessel, sondern allgemein für eine Studie oder ein Angebot durchgeführt werden soll, empfiehlt es sich in vielen Fällen, Mittelwerte bzw. Formeln auf Basis der Herstellerkennwerte zu verwenden, die der DEPV in seinem Infoblatt "Heizenergiebedarfsberechnung mit Herstellerkennwerten" bereitstellt.
 
Herstellerkennwerte für Berechnungen nach DIN V 18599
Eine Berechnung mit Herstellerkennwerten ist auch bei Berechnungen nach DIN V 18599 möglich und sinnvoll, weil die Standardwerte ungünstiger ausgewiesen werden als der Durchschnitt der Herstellerwerte. Dies ist aber von geringerer Relevanz als bei der DIN V 4701-10, da die Standardwerte der DIN V 18599 deutlich aktueller sind.
Eine Liste mit Herstellerkennwerten nach DIN V 18599 kann hier immer aktuell und kostenlos heruntergeladen werden.

DEPV-Listen der Herstellerkennwerte
Hier finden Sie die Liste des DEPV mit Herstellerkennwerten nach DIN V 4701-10 von Pelletkesseln und wasserführenden Pelletkaminöfen. Sie wird ein bis zwei Mal im Jahr aktualisiert.
> Liste "Herstellerkennwerte für Pelletkessel nach DIN V 4701-10" (Excel-Format) 
Liste "Herstellerkennwerte für Pelletkessel nach DIN V 4701-10" (pdf-Datei) 

Hier finden Sie die Liste des DEPV mit Herstellerkennwerten nach DIN V 18599. Sie wird ein bis zwei Mal im Jahr aktualisiert.
Liste „Herstellerkennwerte für Pelletheizungen nach DIN V 18599“ (Excel-Format)
Liste „Herstellerkennwerte für Pelletheizungen nach DIN V 18599“ (pdf-Datei)
 
Weitere Hintergrundinformationen:
> Zum Infoblatt „Heizenergiebedarfsberechnung mit Herstellerkennwerten“
> Zur Pressemitteilung vom 26.02.2016
> Zur Pressemitteilung vom 30.07.2015
> Fachtext mit Musterberechnungen