Pressemitteilung

Allgäu ist bundesweit eine Schwerpunktregion für das Heizen mit Pellets

 

Pellets schonen den Geldbeutel des Verbrauchers und das Klima

Das Allgäu gehört bundesweit zu den Schwerpunktregionen der modernen Holzenergie wie das Heizen mit Pellets. Bei einem Vorort-Termin in Kempten erläuterten Branchenvertreter dem Staatssekretär beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Dr. Gerd Müller MdB, die Vorzüge von Energieträger und Technik. Durch den Einsatz von rd. 50.000 Tonnen (t) Holzpellets in rd. 3.700 Pelletheizungen und dem damit verbundenen Ersatz fossiler Energien wurden im Allgäu im Jahr 2009 rd. 80.229 t Kohlendioxid (CO2) eingespart. Im Geldbeutel des Verbrauchers lassen sich die Vorteile ebenfalls aufzeigen: Auf über sieben Mio. Euro Heizkostenersparnis für die mit Pellets heizenden Verbraucher beziffert der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) die Einsparungen im Allgäu.*

Kempten, 23. Juni 2010. „Heizen mit Pellets ist eine im Allgäu rundum angepasste Wärmequelle. Verbraucher schätzen den preiswerten Betrieb, die komfortable Handhabung und die positiven Auswirkungen für Klima und Umwelt. Wirtschaft und Handwerk profitieren vom Verbleib der Wertschöpfung in der Region.“ Hierauf verwies DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele. Jede fünfte Pelletheizung in Bayern steht heute im Regierungsbezirk Schwaben und jede Zehnte im Allgäu. Wenn Verbraucher richtig rechnen, führt die Umstellung auf das Heizen mit Pellets zu deutlichen Einsparungen bei den Betriebskosten, so dass sich die etwas teurere Anschaffung einer Pelletheizung bereits nach weniger als 10 Jahren lohnt. „Wenn die ambitionierten Klimaschutzziele im Wärmebereich bis 2020 erreicht werden sollen, muss die Bundesregierung weiterhin für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen“, betonte Bentele. Dies sei auch dadurch gerechtfertigt, dass die Bereitstellung von Holzpellets keine mit fossilen Energien vergleichbaren Umweltschäden verursache, die der Steuerzahler anderweitig bezahlen müsse. Eine neue IfO-Studie könne zudem belegen, dass der Staat über den investitionsbedingten Mehrwertsteuer-Rückfluss selbst von Förderprogrammen profitiere.**

Der Vorsitzende der Waldbauernvereinigung (WBV) Kempten, Ignaz Einsiedler, erläuterte, dass die höhere Nachfrage nach Holzenergie für die Forstwirtschaft zu einem erfreulichen Preisanstieg bei ehemals unattraktiven Holzsortimenten geführt habe. „Durchforstungsmaßnahmen in Nadel- und Laubholzbeständen wurden hierdurch für den Waldbesitzer rentabel, und ein guter Pflegezustand erhöht Vitalität und Widerstandsfähigkeit des Waldes gegenüber Umwelteinflüssen wie Schneedruck, Trockenheit und Stürmen. Insofern profitiert neben dem Klimaschutz auch die Ökologie von der Holzenergie“, sagte der WBV-Vorsitzende. Er bekräftigte, dass das Interesse an der Holzenergie auch dafür genutzt werden müsse, Pflegemaßnahmen in den Wäldern auszubauen und durch Mobilisierungsmaßnahmen die Nachfrage nach dem heimischen, neutralen CO2-neutralen Rohstoff zu bedienen.

Der Handel mit heimischen Energieholzsortimenten liegt im Trend, wie der Vorstand des Biomassehofs Allgäu eG, Helmut Müller betonte. Immer mehr Menschen wollen Ihren Brennstoff auch unter Umweltaspekten mit gutem Gewissen nutzen. Holzenergiesortimente wie Pellets als ihre modernste Form stehen für heimische Wertschöpfung, für eine faire, an Marktmechanismen ausgerichtete Preisbildung ohne Spekulationseinflüsse sowie für einen nachwachsenden Rohstoff, dessen breite Verfügbarkeit vor Ort gesichert ist. „Um die Regionalität des vermarkteten Energieholzes noch stärker zu betonen“, so Müller, „haben wir für unsere Produkte das eingetragene Markenzeichen "Allgäuwälder" geschaffen.

Welche Bedeutung erneuerbare Energien heute bei der Wärmebereitstellung erlangen können, wurde anhand einer Eigentümergemeinschaft in Dietmannsried (Ortsteil Probstried) verdeutlicht, wo eine Ölheizung gegen eine Pelletheizung samt Solarkollektoren zur Heizungsunterstützung ausgetauscht wurde. Der Systemhersteller dieser mit Solarthermie gekoppelten Heizanlage, Alfons Renn (Rennergy Systems AG), bezeichnet Pelletheizungen auch im größeren Leistungsbereich als immer attraktivere Alternative für Planer und Eigentümer. „Das finanzielle Einsparvolumen wie auch die CO2-Reduktion ist sehr hoch und eine Umstellung in den meisten Fällen einfach zu vollziehen“, betonte Renn. Wenn dies zusätzlich mit einer Solarthermie-Anlage gekoppelt sei, wie in Probstried, erhöhe dies die Effizienz zusätzlich und während der Sommermonate könne auf den Einsatz der Heizung fast vollkommen verzichtet werden. Die Eigentümergemeinschaft, vertreten durch den Sprecher Herrn Karl Wölfle, wie auch die Hausverwaltung zeigten sich rd. ein Jahr nach Inbetriebnahme zufrieden über Komfort, Betrieb und Investitionskosten der Anlage: „Wir sparen sogar noch mehr Heizkosten als ursprünglich geplant.“

 

Zur Information:

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. mit Sitz Berlin vertritt seit 2001 die Interessen der deutschen Pelletbranche. Kessel- und Ofenhersteller, Pelletproduzenten, Komponentenhersteller sowie Vertriebspartner haben sich in diesem Bundesverband organisiert.

Die Waldbesitzervereinigung (WBV) Kempten vertritt 1.600 Waldbesitzer mit rd. 8.500 ha Wald. Der Holzeinschlag beträgt im Jahr 40.000 m3. Die WBV ist Ansprechpartner für ihre Mitglieder in allen Fragen der Waldwirtschaft. Das Tätigkeitsfeld reicht von der Beratung über die Organisation bis zur Ausführung und Abwicklung aller Waldarbeiten und Dienstleistungen. Die WBV ist Teil eines großen Netzwerkes zum Erhalt der Marktfähigkeit des privaten Waldbesitzes vor allem unter dem Aspekt der Entstehung neuer Märkte und Absatzchancen im Energieholzbereich.

Biomassehof Allgäu eG: Gegründet 1997, ist der Biomassehof seit 2008 als Genossenschaft mit 120 Mitgliedern aktiv. Schwerpunkte sind die hochmechanische Herstellung von Brennholz (bis zu 8.000 rm/a) und Herstellung/Lieferung von rd. 30.000 t Hackschnitzel an Heizkraftwerke wie in Sonthofen (10.000 to Jahresbedarf), wo der Biomassehof Hauptgesellschafter ist. Der Handel mit Pellets beträgt rd. 15.000 t/a, Tendenz steigend. Über die WBV Kempten ist der Biomassehof Teil des Netzwerkes der Wald-Säge Fuchstal eG mit Sitz beim Holzwerk Pröbstl (Pellethauptlieferant).

Die Eigentümergemeinschaft der Wohnanlage umfasst 52. Wohnungseinheiten in Dietmannsried (Ortsteil Probstried). Die Wohneinheiten sind in zwei Gebäude aufgeteilt und umfassen 3400 m²  Wohnfläche und 150 Personen. Bislang wurde dort mit insgesamt 280 KW Ölkesseln und einem 500 Liter Warmwasserboiler geheizt. 2009 haben die Eigentümer umgerüstet auf insgesamt 3 Pelletkessel mit 170 kW Leistung uns insgesamt rund 200 qm Röhrenkollektoren. Der Jahresbedarf an Pellets für beide Heizanlagen beträgt rd. 85 Tonnen. Hierzu werden die beiden Lager zweimal im Jahr befüllt. Durch den Einsatz des CO2 neutralen Energieträgers ergibt sich nach der Umweltdatenbank GEMIS eine CO2 Einsparung gegenüber Heizöl von 137 Tonnen pro Jahr. Die jährliche Heizkostenersparnis beläuft sich für die Pelletheizung (angenommene Preise: Pellets 190 Euro/Tonne; Öl 0,7 Euro/Liter) auf ca. 31.410 Euro.

 

* Auf Basis des Biomasseatlas (Daten Marktanreizprogramm 1.10.01 bis 1.1.2010, elclareon GmbH.) schätzt der DEPV den Bestand an Pelletheizungen im Allgäu (PLZ 87.000 bis 87.999) Ende 2009 auf rd. 3.700 Anlagen, davon rd. 1.000 im Leistungsbereich über 15 kW.

** ifo-Gutachten „Steuerliche Folgewirkungen eines Programmförderstopps im Rahmen des Marktanreizprogramms für erneuerbare Energien im Wärmemarkt“ vom Juni 2010 (Download hier)

 

Pellets im Überfluss: Staatssekretär Dr. Gerd Müller (BMELV), Biomassehof-Vorstand Helmut Müller und DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele (v.l.)