Wachstum bei Pelletheizungen und Pelletproduktion

Pelletmarkt 2025 und Prognose 2026

25. Februar 2026

Grafik der Anzahl der Pelletfeuerungen in Deutschland von 2020 bis 2026.

Der erneuerbare Heizungsmarkt war auch 2025 von politischer Unsicherheit und einem Abwarten der Heizungskunden geprägt. Nach zwei Jahren mit deutlichen Absatzeinbrüchen zeichnete sich 2025 aber eine Trendumkehr bei Pelletheizungen ab. Mit 35.000 Kaminöfen und Heizungen verbucht die Pelletbranche ein leichtes Absatzplus von 14 Prozent. Die für die Klimaziele notwendigen Austauschraten erreicht der Wärmemarkt immer noch nicht. Die diese Woche angekündigten Anpassungen am „Gebäudemodernisierungsgesetz“ (GMG) scheinen kein deutlicher Impulsgeber für den erneuerbaren Heizungsmarkt zu sein. Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) rechnet für 2026 daher weiterhin nur mit einem niedrigen Zubau.

Stetiges Wachstum verzeichnet hingegen die deutsche Pelletproduktion, die sich mit über 4 Mio. Tonnen (t) ihren Spitzenplatz in Europa sichert. Durch die mindestens bis Mitte des Jahres andauernden Unsicherheiten am Kesselmarkt zeichnet sich aber auch hier für das aktuelle Jahr keine Steigerung ab. Bemerkenswert ist das Qualitätsniveau deutscher Pellets: 98 Prozent entsprechen der höchsten Stufe ENplus A1.

Schnelle politische Entscheidungen gefordert

2025 war erneut ein Jahr der Verunsicherung für den Heizungsmarkt. „Statt der von der Bundesregierung erwarteten schnellen, klaren Entscheidungen dümpelte die Debatte um das Erneuerbaren-Ziel beim Heizungstausch zu lange vor sich hin“, kritisiert DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele. „Die Branche hat auf eine für die Klimaziele notwendige Trendumkehr beim Kesseltausch gehofft und wurde von der Regierung erneut enttäuscht. Bereits getätigte Investitionen in Produktion, Mitarbeiter und beim Handwerk liegen weiterhin brach und mussten teilweise sogar schon wieder abgebaut werden. Wir fordern von der Politik nun zeitnah einen genauen Fahrplan für die das neue GMG begleitende Förderung“, betont Bentele weiter. 

Positiv sieht er, dass die Regierung die BEG bis mindestens 2029 absichern will. Wichtig sei nun, dass die Fördersystematik und das Förderniveau beibehalten werden. Dabei seien praxistaugliche Übergangslösungen sowie Vereinfachungen statt neuer komplizierter Detailregelungen notwendig. „Wenn die Klimaziele für Gebäude erreicht werden sollen, müssen alle erneuerbaren Wärmelösungen mit ihren jeweiligen Stärken sinnvoll eingesetzt werden.“ Hierzu gehörten auch konkrete Regelungen, wie die Bundesregierung das 65-Prozent-Erneuerbare-Gebot sinnvoll ersetzen will. „Für den Einsatz von Erneuerbaren braucht es weiterhin Ordnungsrecht“, betont Bentele.

Pelletanlagen wichtiger Baustein der sozialen Wärmewende

Angesichts der andauernden politischen Hängepartie rechnet die Branche 2026 mit einem ähnlichen Anlagenverkauf wie im Vorjahr: 13.000 luftgeführte Pelletkaminöfen, 23.250 Pelletkessel bis 50 kW sowie wasserführende Pelletkaminöfen; außerdem werden 750 größere Pelletfeuerungen und KWK-Anlagen erwartet. Damit wären bundesweit bis Jahresende rd. 777.500 Pelletanlagen in Betrieb. „Fast jede zweite Ölheizung in Deutschland ist älter als 30 Jahre. Als diese Anlagen installiert wurden, kamen Handys im Massenmarkt an und die CD-ROM löste die Diskette ab. Das zeigt, wie dringend Gebäudeeigentümer Unterstützung beim Heizungstausch benötigen. Dass die Austauschpflicht von 30 Jahre alten Heizungen abgeschafft werden soll, sehen wir daher mit Sorge. Unsere kompetenten Pelletfachbetriebe stehen beim Heizungstausch in den Startlöchern“, betont Verbandsgeschäftsführer Bentele (www.pelletfachbetrieb.de). 

Auch dank ihnen spart das Heizen mit Pellets jedes Jahr mittlerweile rd. 4,6 Mio. t CO2-Äquivalente ein, genauso viel wie die jährlichen Emissionen von etwa 2 Mio. durchschnittlicher Pkw. Die rd. 17 Terawattstunden Wärme aus Pellets entsprechen neun Prozent am Erneuerbaren und knapp 1,7 Prozent am gesamten Wärmeverbrauch 2024.

Oft wird vergessen, dass eine neue Heizung nicht nur dem Klima hilft, sondern auch Komfort und über die Lebensdauer deutliche Kostenvorteile für den Betreiber bringt. Mit den momentan geltenden Fördersätzen von bis zu 70 Prozent für eine neue Pelletheizung oder einen prakti-schen wasserführenden Pelletkaminofen hilft der Staat, in die eigene Immobilie zu investieren.

Holzenergie ist nicht vom CO2-Preis betroffen. Daher kann der Pelletpreis auch in Zukunft mit einem deutlichen Abstand zu fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas – aber auch Strom – rech-nen. Im zurückliegenden harten Winter waren Pelletheizungen zusammen mit Erdwärme die günstigste Heizoption. Das hat die unabhängige Beratung co2online berechnet. Mit durch-schnittlich 343 Euro/t waren Pellets rd. 34 Prozent günstiger als während der Energiekrise 2022.

Entwicklung des deutschen Pelletmarktes in Jahren
Die Grafik zeigt den Jahresdurchschnittspreis von Holzpellets in Deutschland im Zeitraum von 10 Jahren
Balkengrafik zu EInsparungen von Treibhausgasen durch Pelletfeuerungen

Versorgungssicherheit mit Holzpellets aus Deutschland

Trotz widriger Marktbedingungen haben die deutschen Pelletproduzenten ihre Mengen steigern können. Rd. 4 Mio. t Holzpellets wurden 2025 hergestellt. Deutschland bleibt mit 17.000 t Außenhandelsüberschuss Nettoexporteur bei den Presslingen (vorl. Wert 2025). Hauptexportziele der hochwertigen deutschen ENplus A1-Pellets – rd. 98 Prozent entsprechen der höchsten Qualitätsstufe – sind Italien und Österreich. 8,5 von 10 Tonnen werden direkt vor Ort verbraucht. Die wenigen Importe stammen fast ausschließlich aus direkten Nachbarländern. 

Potenzial für Produktionssteigerungen ist weiterhin vorhanden. Momentan werden nur rd. die Hälfte der jedes Jahr anfallenden Sägenebenprodukte – Reste aus der Holzverarbeitung – zu Pellets gepresst. Aufgrund des schleppenden Heizungsmarkts geht der DEPV im laufenden Jahr von einer ähnlichen Menge wie 2025 aus.

Bentele lobt in diesem Zusammenhang den ENplus-zertifizierten Pellethandel, der ca. 80 Prozent der in Deutschland verkauften Holzpellets unter den strengen Vorgaben des Siegels und mit fachlicher Sorgfalt zum Endverbraucher liefert. „Versorgungssicherheit ist ohne die engagierten und geschulten ENplus-Pellethändler kaum umsetzbar – sie haben auf Marktebene Angebot und Nachfrage im Blick, sorgen mit eigenen Lagern für Puffermengen und fahren auch bei schwierigen Wetterbedingungen die Pellets zum Kunden. Dort vor Ort sorgen sie einerseits für eine qualitätsschonende Lieferung, haben aber auch die Sicherheit im Pelletlager im Blick.“ Damit Pelletfahrer in Sachen Pelletqualität und Lagersicherheit stets auf dem neuesten Stand sind, bietet ENplus in diesem Jahr wieder Schulungstermine für bis zu 200 Teilnehmer an.

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